FDP.Die Liberalen
Kanton Zürich
Kanton Zürich
21.05.2017

Die Mittel in der Bildung effizienter einsetzen, um so ihre hohe Qualität sicherzustellen

Heute demonstrierten Jugendliche in verschiedenen Kantonen für die Zukunft der Bildung auf Stu-fe Mittelschulen. Die FDP versteht die Sorgen der Jugend. Allerdings darf gute Bildung nicht ein-fach mit den zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln gleichgesetzt werden. Insbesondere im Kanton Zürich kann man nicht von massiven Aufwandsreduktionen sprechen. Vielmehr hat der Regierungsrat von weiteren Kostensteigerungen Abstand genommen.

 

Die aktuellen Demonstrationen finden auf Stufe Mittelschulen statt. Betroffene sollen auch auf diesem Weg ihre Unzufriedenheit ausdrücken können. Das gehört zu einer Demokratie. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass das Bildungssystem in der Schweiz nicht nur aus dem Mittelschulbereich besteht. Das duale Bildungssystem deckt einen grossen Teil ab und ist eine der Stärken des schweizerischen Erfolgsmodelles. Auch ist festzustellen, dass die Qualität der Mittelschulen im Kanton Zürich sehr hoch ist und durch die kritisierten Massnahmen auch keineswegs gefährdet ist. Auch ist es nicht korrekt, dass der Kanton Zürich im Bildungsbereich im grossen Stil sparen würde. Vielmehr werden alleine die stetigen Aufwandssteigerungen reduziert.

Bei den Mittelschulen soll das Niveau der Maturität hochgehalten werden. Die Maturität muss die Hoch-schulreife in den vier Säulen Deutsche Sprache, Mathematik, Na¬turwissenschaften und erste Fremd-sprache sicherstellen. Dabei haben die Gymnasien durchaus Spielraum, um die Kosten zu senken, zum Beispiel durch massgeschneiderte Klassengrössen, Lehrerzentrierung versus Selbstorganisation oder, indem sie mit andern Gymnasien kooperie¬ren und ihre Angebote abgleichen. Solche Massnahmen füh-ren hierbei keineswegs zu einem Leistungs- bzw. Qualitätsabbau – im Gegenteil.

Dann muss man auch feststellen, dass ein Grossteil der Kosten im Mittelschulbereich nicht durch die eigentliche Bildungsarbeit, sondern durch aufwändige Begleitmassnahmen entsteht. Die Verwaltung muss sich bei externen Evaluationen, übergreifenden Projekte, aufwändigen Umfragen, langen Berich-ten und zeitraubenden Listen rigoros beschränken auf Fälle mit un¬bestreitbarem Nutzen; denn alle diese Ressourcen fehlen beim Kerngeschäft. Die Mittelschulen sind aufgerufen, ihre Klassengrössen gleich-mässiger zu gestalten. Freifächer mit sehr kleinen Teilnehmerzahlen müssen unter Umständen eingestellt werden. Hier gilt es Prioritäten zu setzen. Die FDP hat das gesamte Bildungssystem im Auge. Die Bil-dungsausgaben sind in den letzten 20 Jahren stetig gestiegen. Mehr Geld in der Bildung ist aber nicht mit besserer Bildung gleichzusetzen. Die Aufteilung auf die verschiedenen Bildungsbereiche kann disku-tiert werden, Die Lehrerschaft der Mittelschulen sollte aber auch bereit sein, mit innovativen Ansätzen kostengünstiger zu unterrichten. Solche Überlegungen sollten am heutigen Tag des Protestes mit den Mittelschüler/innen und allen im Bildungsbereich Engagierten diskutiert werden. Wenn sich daraus Lö-sungen ergeben, hat der Protesttag auch einen Sinn gehabt.

 

 

Kantonsrat Hans-Jakob Boesch, Parteipräsident
Kantonsrat Thomas Vogel, Fraktionspräsident